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Die US Banken und auch einige deutsche Institute (Ausnahmen bilden mal wieder die Commerzbank, HRE und so manche Landesbank) schreiben im 1. Quartal 2009 wieder Gewinne in Milliardenhöhe.
Das erklärte Ziel der Deutschen Bank für das Jahr 2009 ist laut Ihrem Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann, dass die Eigenkapitalrendite 25 % erreichen soll. Das ist genau die Zielrendite, die sich die Deutsche Bank schon vor Ausbruch der Finanzkrise auf die Fahnen geschrieben hat. Woher soll diese Rendite denn kommen?
Klar, wie immer: Entweder es wird getrickst oder es wird einer über den Tisch gezogen. Und dies ist letztendlich der Kunde, egal, ob als Anleger oder als Kreditnehmer.
Die reale Wirtschaft bekommt immer mehr die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren. Vermehrte Kurzarbeit, Firmenschließungen und Arbeitslosigkeit sind an der Tagesordnung. Und die Banken sonnen sich schon wieder in der Wonne Ihres Erfolgs. Nur, die deutschen Sparer trauen dem Hochgefühl der Banker noch nicht so richtig und das aus gutem Grund:
Denn die Sonne steckt noch immer hinter dicken Gewitterwolken!
Die Milliardengewinne basieren zu großen Teilen auf zulässigen Bilanzierungstricks. So dürfen die US Banken nach einer Vorschriftenänderung ihre toxischen Papiere mit einem eigenen Schätzpreis bewerten und nicht mit dem echten Marktpreis, der sowieso oftmals mit „wertlos“ anzunehmen ist. Bilanzfälschung wäre hier wohl der korrektere Begriff!
Und es kommt noch besser: Da viele von den Banken emittierte festverzinsliche Papiere Kursverluste an der Börse erlitten haben, sind sie nun auf die pfiffige Idee gekommen, diese Kursverluste als Reduzierung ihrer Verbindlichkeiten gegenüber den Sparern in ihrer Bilanz auszuweisen. Dieser Vorgang hat nichts mehr mit Bilanzfälschung zu tun, sondern ist erstklassiger Bilanzbetrug.
Die staatlichen Finanzspritzen führen zur vorübergehenden Stabilisierungen des Bankensystems. Ob die Staatshilfen an die Banken aber auch dazu dienen, dass die Wirtschaft mit Krediten versorgt wird, ist aus meiner täglichen Praxis sehr zu bezweifeln. Den Bankern sind hier die Jacken näher als die Hosen. Aber wie soll es auch anders sein, wenn das Eigenkapital der Banken durch Abschreibungen immer mehr aufgezehrt wird, dann hat die Bank gerne das Kapital auf ihrer Seite.
Die Deutsche Bank rühmt sich damit, dass das Investment Banking wieder einmal der Motor der Gewinnzuwächse ist. Also genau der Bereich, der Mitverursacher für die Finanzkrise ist. Es ist kaum zu glauben: Die Banken haben aus der Krise rein gar nichts gelernt. Dies ist eine Ohrfeige für den Bankkunden, den Steuerzahler und den Rest der Welt.
Seit Ausbruch der Krise benötigen die reichen Staaten die Gelder zur Stützung ihres Finanzapparates. Die hochtrabenden Versprechungen der vorangegangenen Welternährungskonferenz in 2008 wurden nur mit ca. 6 Milliarden eingehalten. Versprochen waren 22 Milliarden und dieses Jahr wollte man erst gar keine Versprechungen mehr abgeben. Die sinkende Moral der Regierenden und der Kapitalmächtigen scheint aber ihren Nullpunkt noch nicht erreicht zu haben. In Somalia herrscht eine unvorstellbare Hungersnot. Und was geschieht in diesem Land? Die korrupte Landesregierung verpachtet die wenigen fruchtbaren Böden an Staaten und Großunternehmen, die dort Getreide anbauen und die Ernte ausführen….
Die Banken wissen, dass sie aus „systemrelevanten Gründen“ gerettet werden müssen - egal was auch geschehen mag. Die Verursacher werden strafrechtlich nicht verfolgt (was eindeutig ein Verstoß gegen das Aktiengesetz ist), bekommen nette Abfindungen und der Müll landet letztendlich bei den „Bad Banks“.
In die „Bad Banks“, in Form einer staatlichen Zweckgesellschaft, werden die „toxischen“ Papiere bis zu einer geschätzten Summe von 800 Milliarden Euro ausgegliedert. Damit werden die Bilanzen der Banken gesäubert, das Vertrauen in die Banken soll damit wieder aufgebaut werden. Nur, das Problem haben zum Schluss die Bad Banks: Nämlich dann, wenn sie feststellen, dass die von den Banken übernommenen Papiere bei Fälligkeit nichts oder nicht mehr viel Wert sind. Da nützt es dann auch nichts, wenn die Banken an den Ausfällen in „irgendeiner Form“ beteiligt werden sollen. Falls sie Gewinne haben, werden sie die zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme zu verschleiern wissen und wenn sie Verluste haben, dann muss der Staat (also wir) so oder so wieder helfen.
Die Regierenden unseres Staates konnten jetzt kaum noch anders handel, aber sie hätten anders handeln können - ja müssen. Und das schon vor vielen Jahren, aber die Verquickung von Politik und Finanzwirtschaft hat aus den Regierenden Handlangern des Kapitals gemacht. Im Sinne einer Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder müssen aber dringend tiefgreifende Beschlüsse gefasst werden. Nicht morgen und nicht übermorgen. Heute! Es kann nicht sein, dass eine oder mehrere Branchen den Staat erpressen in dem Sie sagen: „Wir sind systemrelevant“ und die Politiker sich vor diesen Karren spannen lassen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf meine Vorträge an der VHS Bruchsal und Karlsruhe im Herbst 2009 hinweisen:
Diese Vorträge finden Sie auf meiner Homepage unter der Rubrik Informations- und Lehrseminare. Ich werde im Rahmen meiner Vorträge noch wesentlich tiefer auf die Ursachen dieser Finanzkrise eingehen. Zum Beispiel auch auf Aspekte, die Sie in den täglichen Fernsehsendungen nicht zu hören bekommen. Sie dürfen gespannt sein, warum das so ist. Und natürlich gehe ich auch darauf ein, welche Maßnahmen nun von uns als Bankkunden und Steuerbürger einzufordern sind und was jeder von uns dazu beitragen kann, dass es nicht nur bei den Forderungen bleibt.
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Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf den Zinsmarkt und die reale Weltwirtschaft:
Am 06.05.2009 endete die 18 Milliarden schwere Auktion der 30-jährigen US-Staatsanleihen mit einem Flop: Es gab keine Käufer. Was tut ein Auktionator, der seine Ware nicht los bekommt? Er gibt etwas oben drauf. Der Zins wurde (nicht freiwillig) erhöht, da ja der Staat dringend das Geld braucht. Ähnliches passierte schon am 20.04.2009: Auch die deutsche Bundesbank konnte nicht alle Bundesanleihen platzieren.
Die Zinsen für Staatspapiere steigen auf Grund des gestiegenen Ausfallrisikos. Gleichzeitig fallen die Leitzinsen. Und die Banken begründen das taggleiche Reduzieren ihrer Zinssätze für Spareinlagen mit den fallenden Leitzinsen, ohne dass sie aber die Kreditzinsen senken. Im Gegenteil: Die Gewinnmarchen der Banken steigen. Sie sagen hiermit Danke für unsere Hilfe als Bankkunde und Steuerzahler.
Der Baltic Dry Shipping Index, ein Indikator für die Veränderung der Frachtraten im Schiffsverkehr, hat weitere 24 % zugelegt. Die Nachfrage im Güteraustausch zieht weiter an. Dies lässt darauf hoffen, dass die deutschen Ausfuhrzahlen in Kürze auch wieder steigen werden.
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