UBW Gunter Hintermayer

Bundesverband Finanzplaner e.V.

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Die Rezession ist angekommen!

Die Auswirkungen der Bankenkrise treffen immer mehr auch die reale Wirtschaft. Neben der Auto- und Autozuliefererindustrie sind immer mehr auch Betriebe in der Holzverarbeitung, im Maschinenbau, in der Bauindustrie usw. betroffen. Viele Auftragsvergaben werden einfach nicht durchgeführt, weil die Auftraggeber abwarten, wie sich wohl wiederum ihre Auftraggeber verhalten werden. Und was tun diese? Sie warten ab. Dieses Verhalten führt unweigerlich zu einer weiteren Verstärkung des Abschwungs. Die Folge wird sein, dass Arbeitsplätze zunehmend gefährdet sind und weiter abgebaut werden. Dadurch nimmt auch die Verunsicherung unter den Arbeitnehmern, Verbrauchern und Unternehmen weiterhin zu. 
Die großen Industrienationen können nur eines tun: Der Staat fungiert immer mehr als Investor. Die Aufträge müssen durch immer mehr neue Kredite finanziert werden - und weltweit steigt die Schuldenspirale.
So lange den neu entstehenden Schulden ein ökonomischer Nutzen gleichen Wertes gegenübersteht, kann die weitere Verschuldung schadlos vorangetrieben werden. Sollte aber zu einem Ungleichgewicht kommen und die Menschen den Glauben an das Finanzsystem verlieren, wird dieses System eines Tages durch ein Neues ersetzt werden. Dies wird auch so kommen. Die Frage, die allerdings niemand beantworten kann, ist, wann wird es soweit sein. Wird es in den nächsten 5 bis 10 Jahren, in 20 Jahren oder erst in 100 Jahren sein+?

Neben der fortschreitenden Rezession ist mit immer größer werdenden Bestürzung festzustellen, wie die Verantwortlichen der Bankenwirtschaft immer lässiger mitteilen, wie viel Geld sie denn vom Staat benötigen, um „Ihre“ Banken zu retten. Im Oktober verkündet beispielsweise die Bayern LB, sie benötigt ca. 1,8 Milliarden Euro um am nächsten Tag festzustellen, dass es ca. 3 Milliarden sein werden. 6 Wochen später wird ein Hilfspaket für die Bayern LB beschlossen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Und Herr Seehofer lässt verkünden, dass diese Summe wahrscheinlich nicht ausreichen wird. Unter vorgehaltener Hand wird mittlerweile spekuliert, dass diese Summe auf 30 Milliarden steigen könnte….??????
Und die LBBW hat zwischenzeitlich festgestellt, dass sie ca. 5 Milliarden Euro Staatshilfe „in Anspruch“ nehmen würde. „Oder darf es auch ein bisschen mehr sein?“ – Und das vor dem Hintergrund, dass sie wochenlang dementierte, irgend welche Hilfe von außen zu benötigen. Man darf sich schon fragen, wie wirksam die Banken heute das Risikomanagement betreiben. Und was die Aufsichtsräte und Bankenverantwortlichen aus der Krise lernen.

Die Zusage der Bundesrepublik an die Banken ist ein „Paket an Hilfeleistungen“ in Höhe von insgesamt 500 Milliarden Euro. Ob das ausreichen wird, steht in den Sternen. Der amerikanische Staat haftet mittlerweile für 8.500 Milliarden gegenüber dem kränkelnden US-Finanzsystem. Und das sind sicherlich nicht die letzten Zahlen…….

Es bleibt zu hoffen, dass diese Summen an Staatshilfen auch auf fruchtbaren Boden fallen. Wenn dem so ist, wovon ich auch derzeit ausgehe, dann sollte die Bankenkrise zu meistern sein.

Für die Anleger bedeutet dies, dass sie nach wie vor ihre Vermögen breit streuen sollten. In wertgesicherte festverzinsliche Papiere mit kurzen und mittleren Laufzeiten, Aktien (sie würden eine Währungsreform überleben – im Gegensatz zu Spareinlage, Bausparverträgen, Staatspapieren und Lebensversicherungen), Immobilien, physische Edelmetalle sowie Beteiligungen in der realen Wirtschaft. Gerade aber bei diesem letzten Punkt erscheint mir erhöhte Vorsicht geboten. Nicht alle Angebote sind so gut, wie es die Hochglanzprospekte der Anbieter ihren Kunden glaubhaft versprechen.

Mein Team und ich wünschen unseren Kunden
ein frohes Weihnachtsfest,
Gelassenheit und Zuversicht für das Kommende
und einen guten Start ins neue Jahr.