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Startseite Archiv Artikel 2008 Bankenkrise und kein Ende??
Bankenkrise und kein Ende??

Inzwischen hat sich der deutsche Aktienindex mehr als halbiert. Bei den deutschen Anlegern geht die nackte Angst um.

Die massiven Fehlinvestitionen durch amerikanische und europäische Banken mit den ihnen anvertrauten Kundeneinlagen und die damit einhergehenden Milliardenverluste, führen zu extremen Vertrauensverlusten der Anleger und der Wirtschaft zu den Banken und zu der Politik.

Die deutsche Politik hat es geschafft, nach Ankündigung des Rettungspakets für die Banken am 12.10.2008, innerhalb von 5 Tagen am 17.10.2008 einen Gesetzesbeschluss herbeizuführen.

Am 05.10.2008 wurde von unserer Bundeskanzlerin die Aussage getroffen: „Die Spareinlagen sind durch den Staat gesichert“.
Dabei ist es geblieben. Bis zum heutigen Tag wurde kein Gesetz erlassen, das einen Rechtsanspruch begründet und die Sparer auch wirklich absichert.
Ob die Einlagensicherungsfonds tatsächlich ihre Aufgaben erfüllen können, ist nach einem Gutachten, das dem Finanzministerium vorliegt, mehr als zu bezweifeln. Es darf erlaubt sein, die Frage zu stellen, welche Interessen der Staat nun mehrheitlich vertritt: Die der Sparer oder die der Bankenwirtschaft?

Milliarden sind verpufft. Die Spitzeninstitute der Sparkassenorganisation und der Genossenschaftsbanken sind genau so betroffen wie die private Bankwirtschaft. Die örtlichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind direkt oder indirekt, durch ihre Beteiligungen an diesen Instituten, betroffen und bleiben auch nicht von der Krise verschont. Umso dreister ist die Werbeaussage diverser Sparkassenvorstände, dass die Kundeneinlagen zu 100% sicher sind. Genau diese Finanzgruppe verbucht Milliardenverluste und benötigt immer wieder Finanzspritzen (IKB, KFW, Bayern LB, usw.). Die Bayern LB erhält aus dem Bankenrettungsfonds 6,4 Milliarden vom Staat - und auf Drängen der Sparkassenorganisation wird verhindert, dass der Gesamtvorstand der Bayern LB abgelöst wird. Ein Skandal sondergleichen.

Wer steht letztendlich gerade für das Desaster? Wieder einmal der Steuerzahler - und der geschädigte Anleger.

Wie viele strukturierte Anlagen, wie Laufzeitzertifikate, wurden den Anlegern als sicher verkauft, die heute nichts oder nicht mehr viel wert sind? Tausende von Anlegern haben durch die Beraterpraxis der Banken ihr Geld unwiederbringlich verloren. Und warum? Die Gewinnmarche dieser Produkte ist beträchtlich. Und die Angestellten der Banken müssen nach wie vor das verkaufen, was Geld bringt.

In meinen Vorträgen habe ich schon seit vielen Jahren auf diese Missstände und die Gefahren hingewiesen - und habe Recht behalten.

Aktuell wird die Verantwortung für die Vermögensvernichtung den Vorständen der Banken in die Schuhe geschoben. Das ist aber nur zum Teil richtig. Die Politik steckt genauso in der Verantwortung, die die doch so lukrativen Aufsichtsratspositionen gerne in Anspruch genommen hat. Die Politik ist auch mitverantwortlich für das Versagen der Bankenaufsicht: Schließlich bestimmt sie, welche Aufgaben diese hat und wie Sie organisiert ist.

Und was geschieht: Aufsichtsversager wie Herr Asmussen (Aufsichtsrat IKB) werden zu Staatssekretären erhoben. Unser Finanzminister und unser Wirtschaftsminister weisen jede Verantwortung von sich. Und die ehemalige KFW - Chefin Matthäus-Meier, die schon lange als SPD-Mitglied im Bundestag die Finanzwelt begleitet - scheint sich auch keiner Schuld bewusst zu sein.

Es bleibt zu wünschen, dass die Politik und die Banken, die heute die Bürger in die Pflicht nehmen, auch dann zur Stelle sind, wenn andere Wirtschaftszweige wie kleinere und mittelständische Unternehmen finanzielle Hilfen benötigen. Die Kreditwirtschaft hat in den vergangenen Jahren durch die Vernichtung von Arbeitsplätzen von sich Reden gemacht. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist aber immer noch das mittelständische Unternehmen. Dies sollte die Politik nicht nur erkennen, sondern auch entsprechend handeln.

Wie soll der Anleger sich verhalten?
Panik ist und war schon immer ein schlechter Ratgeber. Lassen Sie sich davon nicht anstecken. Handeln Sie besonnen. Achten Sie aber darauf, dass die Werthaltigkeit Ihrer Festzinsanlagen gegeben ist und denken Sie bei Ihren aktienlastigen Anlagen an die Aussage von Kostolany: „Wer die Aktien nicht hat, wenn der Markt fällt hat sie auch nicht, wenn der Markt steigt.“