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Startseite Archiv Artikel 2008 Götterdämmerung? Finanzmarktkrise 2008
Götterdämmerung? Finanzmarktkrise 2008

Und wieder einmal läuten die Alarmglocken! Der Dax saust seit Ende 2007 bis Mitte September von der 8.000 Punkte-Marke erstmals wieder runter auf die 6.000er Marke. Satte 25 % Verlust. Das gleiche Bild zeigen auch die Aktienindizes aus dem übrigen Europa, den USA und Asien. Noch schlimmer, unter die Räder kamen die Börsen von Russland, Indien und China, wo teilweise Verluste im Bereich von bis zu 50% zu verzeichnen sind. Und damit noch nicht genug: Seit Januar 2008 jagt in den USA eine Bankenpleite die nächste. Die Welle der Milliardenverluste scheint kein Ende zu nehmen. Europäische Banken wie die IKB, die Sachsen LB, die Deutsche Bank und die UBS sind davon betroffen. Wann der Pleitezug gestoppt werden kann und wie viele Opfer er bis dahin noch mit sich reißen wird, lässt sich nicht einmal erahnen. Eins ist sicher, die Finanzmarktkrise wird uns noch etliche Monate in Atem halten.


Auslöser dieser Krise ist die seit vielen Jahren bestehende Niedrigzinspolitik der Amerikanischen Notenbank, die es erst ermöglichte, dass sehr viele Haushalte über das Maß konsumierten und auch der Kauf von Immobilien für jedermann ohne Eigenkapital machbar erschien. Resultat: Starke Verschuldung gerade in der finanzarmen Bevölkerung. Erst als viele amerikanische Haushalte nicht mehr in der Lage waren, ihre Schulden zu begleichen und die Immobilienblase platzte, ging der Traum des ewigen Wirtschaftswachstums jäh zu Ende. Durch die nun mittlerweile wertlosen Forderungsaufkäufe durch die Banken in der übrigen Welt, ist das gesamte Finanzsystem jetzt ins trudeln geraden. Der einst größte Versicherer der Welt, die AIG, kämpft aufgrund der von ihr abgegebenen Garantieerklärungen auf Hypothekenpapiere ums überleben. Milliardenbeträge in dreistelliger Höhe werden nötig sein, um eine Sanierung zu ermöglichen. Unter dem Strich müssen sicherlich Billionen-Beträge aufgewendet werden, um den Fortbestand des Banken- und Versicherungssystems weltweit zu sichern.

Die Entwicklung in Amerika war vorhersehbar. Und die amerikanische Politik wie auch die Notenbank wussten um die Entwicklung und das zu vermutende Ergebnis. Alle Versuche, schon vor Jahren, aus der entstandenen Blase die Luft langsam herauszulassen, scheiterten kläglich. Die Kassen der Staatsfonds von China, den arabischen Staaten, Russlands usw. waren prall gefüllt. Diese Länder haben nur darauf gewartet, jetzt als Retter in der Not auf der Finanz-Bühne zu erscheinen und durch ihre Investitionen Einfluss und Macht zu gewinnen.
Das Banken- und Versicherungssystem wird auch diese Krise überleben. Aber die Machthaber an den politischen wie wirtschaftlichen Schaltzentralen werden andere sein. Mit welchem Ergebnis, wird sich erst zeigen. Für die Aktienanleger kommen jetzt langsam wieder Zeiten, wo Neuengagements sinnvoll erscheinen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktienmärkte ist auf einem historischen Tief. Die Volkswirtschaften funktionieren trotz verlangsamten Wirtschaftswachstums immer noch.

Unser Tipp:
In diesen Zeiten machen insbesondere Investmentfonds, die breit und langfristig aufgestellt sind und deren Manager jederzeit bei steigenden Märkten voll in die Aktienmärkte investieren, aber in Krisenzeiten auch vollkommen aus den Märkten aussteigen können, Sinn.