UBW Gunter Hintermayer

Bundesverband Finanzplaner e.V.

Newsletter

Hier können Sie sich für unseren Newsletter an- oder abmelden:

Name:

Email:

Wer ist online?

Wir haben 1 Gast online
Startseite Archiv Artikel 2005 Abenteuer Eigenheim
Abenteuer Eigenheim

Der Bau eines Hauses ist vielleicht eines der ergreifendsten Abenteuer der Neuzeit. Das Ausmaß der Abenteuerlichkeit wird unter anderem von den Fehlern bestimmt, die ein Bauherr vor und während der Bauzeit macht oder vermeidet. Künftigen Bauherren soll hier ein kleiner Leitfaden in die Hand gegeben werden, damit sie möglichst wenig falsch machen.

Der Kassensturz

Wenn auch Sie durch Baumessen, Hochglanzprospekte, Musterhäuser und Zeitungsanzeigen vom Baufieber gepackt sind, tun Sie sich als erstes einen großen Gefallen, und machen einen gründlichen Kassensturz. Analysieren Sie genau, welche Finanzierungsbausteine, wie Bargeld, Versicherungen, Bausparverträge zur Verfügung stehen. Nur wer wirklich weiß, "wie viel Haus" er sich leisten kann, kann sich den "Traum vom eigenen Heim" erfüllen, ohne dass er zum Alptraum wird. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Wünsche die finanziellen Möglichkeiten überschreiten.
Rund 80.000 Zwangsversteigerungen im Jahr 2001 sprechen eine deutliche Sprache.

Der Zeitfaktor

Bei der Planung für das neue Heim müssen Sie sich von niemanden unter Druck setzen lassen. Kein Supermesseangebot und Sonderzins kann falsche Entscheidungen, die fast immer teuer zu bezahlen sind, wieder gut machen. Für den Bau der eigenen vier Wände und der Finanzierung ist es ratsam, frühzeitig potentielle Partner aufzuspüren, damit genug Zeit zum Vergleichen und Planen bleibt und sowohl ein optimales Hauskonzept, als auch ein solider Finanzierungsplan erarbeitet werden kann.
Wer heute ins Rennen geht, kann davon ausgehen, dass sein Baubeginn im Normalfall frühestens in einem Jahr liegt. Alles andere ist unrealistisch und unvernünftig.


Referenzen

Achten Sie bei den Partnern Ihrer Wahl, dass sie bereitwillig Referenzadressen zur Verfügung gestellt bekommen. 5 -10 Adressen im Umkreis von maximal 100 km sollten Sie aufsuchen können, wo Sie die Möglichkeit haben, sich von der Leistungsfähigkeit der Anbieter zu überzeugen. Suchen Sie das Gespräch mit den Bauherren, die bereits alles hinter sich haben und schöpfen Sie von deren Erfahrungen.

Die Gesamtkosten

Bei der Ermittlung der tatsächlichen Gesamtkosten wird immer wieder der Fehler gemacht, dass mit Pauschalen gerechnet wird. Dabei werden oftmals die sogenannten Nebenkosten nur unzureichend berücksichtigt. Finanzierungskosten, wie Zinsen in der Bauzeit, Bereitstellungszinsen Bürgschaftsgebühren, Gebühren für die Grundschuldbestellung können teilweise mehrere tausend Euro betragen und stellen den Bauherren vor Probleme, wenn Sie nicht beachtet wurden. Jedes Bauvorhaben ist anders und erfordert eine völlig individuelle Vorgehensweise bei der Ermittlung der Gesamtkosten.



Die Baubetreuung

Wenn Sie trotz sorgfältiger Auswahl des Baupartners doch noch Restzweifel an dem ordnungsgemäßen Ablauf Ihres Hausbaus haben, kann es sinnvoll sein, den Bau von einem externen unabhängigen Baubetreuer begleiten und überwachen zu lassen. Achten Sie darauf, dass dieser Baubetreuer über die entsprechende fachliche Qualifikation im Bauwesen verfügt und diese Tätigkeit auch hauptberuflich ausübt. Der alte Leitsatz "Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser" ist der beste Ratgeber und hat sich für viele Bauherren ausgezahlt.

Das Eigenkapital

Ohne Eigenkapital geht es grundsätzlich nicht, auch wenn es immer wieder in der Werbung behauptet wird. Da bereits vor der Darlehensbewilligung etliche Dinge zu bezahlen sind, wird immer eine gewisse Summe Eigenkapital benötigt. Da will zum Beispiel der Makler seine Provision, der Notar stellt Ihnen eine Rechnung, das Finanzamt meldet sich mit dem Bescheid für die Grunderwerbsteuer und die Hausbaufirma präsentiert Ihnen die erste Rechnung für Planung und Bauantrag. Wenn diese Rechnungen kommen, hat der Bauherr in der Regel noch keinen Darlehensvertrag und dann stellt sich die Frage: Woher nehmen ?15.000 bis 20.000 EURO sind als Minimum anzusehen., mehr ist natürlich besser. Bedenken Sie, dass Sie auch eine kleine Reserve für Richtfest, Umzug, Einrichtung und möglicherweise Renovierung der alten Wohnung - schauen Sie mal in Ihren Mietvertrag - bereithalten.
Übrigens ist der Bauherr mit sehr wenig Eigenkapital bei den meisten Banken auch deshalb nicht so gern gesehen, weil der Banker keinen Sparfleiß erkennen kann und daraus die Frage ableitet, wie der künftige Darlehensnehmer die möglicherweise sehr hohe finanzielle Belastung aus dem Darlehen dauerhaft schaffen will. Denken Sie einmal darüber nach !



Die Eigenleistungen

Bei den Eigenleistungen gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Natürlich ist der geborene Heimwerker zu mehr Eigenleistungen in der Lage, als der Bauherr mit den berühmten zwei linken Händen. Eine Regel sollten Sie auf alle Fälle beachten: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, besonders dann, wenn Sie keine nennenswerten Helfer zur Seite haben und wenn Sie und Ihr (Ehe)-Partner einen Full-Time-Job haben, bei dem Sie das Geld verdienen, welches Ihnen den Hausbau ermöglicht. Versuchen Sie sich auch nur an Tätigkeiten, die Sie schon mal ausgeführt haben.

Der Finanzberater

Lassen Sie sich von Ihrem Baufinanzberater folgende Nachweise vorlegen:

1.) Einen ordentlichen Fachabschluss auf dem Gebiet der Baufinanzierung,

2.) die Erlaubnis nach § 34c GewO (Gewerbeordnung) für die gewerbliche Vermittlung von Darlehen und

3.) eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zu Ihrer und seiner Sicherheit.

Nur ein qualifizierter Berater wird in der Lage sein ein optimales Finanzkonzept zu entwickeln, welches Ihren finanziellen Möglichkeiten entspricht.