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Norbert Blüm sagte einmal: „Denn eins ist sicher: Die Rente !“ Dabei vergaß er nur ein kleines aber bedeutsames Wörtchen. Inzwischen hat jeder Bundesbürger erkannt, dass dieser Ausspruch Norbert Blüms, nicht mehr stimmt. Täglich geistern Schlagzeilen durch die Presse, aus denen hervorgeht, dass unsere Rente alles andere als gesichert ist.
Doch die Herren und Damen in der Politik stört das wenig. Denn sie haben ihre (Renten-) schäfchen im trockenen, wie man an einigen Beispielen leicht verdeutlichen kann:
Hans Eichel feierte gerade seinen 63. Geburtstag, der Ruhestand ist in greifbarer Nähe und ein monatlicher Pensionsanspruch von 12.000 Euro lässt ihn mit Sicherheit ruhig schlafen. Falls Herr Eichel das Alter von 85 Jahren erreicht, dann wäre er innerhalb dieser Zeit gleich zweifacher Millionär, da der Barwert der Rente bei einem Abzinsungsfaktor von 3 Prozent stolze 2.332.000 Euro beträgt. Hätte er dieses Geld selbst aufbringen müssen, wären in den letzten 40 Jahren jeden Monat 2.500 Euro aus versteuertem Geld nötig gewesen. Um diese Summe aufzubringen, hätte er von Beginn des Berufslebens an bereits ein monatliches Bruttoeinkommen von 34.000 DM haben müssen (bei einer Sparquote von 30 Prozent!) Hans Eichel ist wenigstens noch zugute zu halten, dass er seit Jahrzehnten in der Politik ist.
Wesentlich fragwürdiger ist die Altersversorgung von Politikern, die nur kurze Zeit im Parlament saßen oder sitzen. Ihnen fällt die Altersversorgung quasi in den Schoß.
Claudia Nolte war unter Bundeskanzler Helmut Kohl vier Jahre lang Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mit dem Abgang Helmut Kohls verschwand auch sie in der Versenkung der eher unauffälligen Mitglieder des Bundestages. Trotzdem braucht sie sich um ihre Rente nicht zu sorgen.
Für ihre 13 Jahre Bundestag hat sie, nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler, ein Pensionsanspruch von monatlich 3.500 Euro. Hinzu kommen 3.700 Euro aus ihrer Zeit als Bundesministerin. Beide Pensionen werden nach einem komplizierten Verfahren miteinander verrechnet. Unterm Strich bleiben etwa 6.700 Euro pro Monat ! Für 13 Jahre Bundestag. Interessant ist dabei die korrekte Investitionsrechnung. Frau Nolte ist heute 39 Jahre alt und hat gegen den Staat einen Titel in der Hand, der heute 763 000 Euro wert ist. Dafür hat sie rund 14 Jahre gearbeitet. Hätte sie sich diese Versorgung selbst aufbauen müssen, wären jeden Monat 3.670 Euro nötig gewesen, um bei einem Zinssatz von 3 Prozent auf die763.000 Euro zu kommen. Wer verdient ab Einstieg ins Berufsleben mit 25 Jahren schon soviel monatlich, um diese Sparrate aufzubringen ?? Oswald Metzger, der für die Grünen 8 Jahre im Bundestag saß, zog das Fazit, dass Politiker unterbezahlt aber überversorgt sind. Oswald Metzger ist 50 Jahre alt und wird ab 60 eine Monatsrente von 2.000 Euro beziehen. Wenn man annimmt, dass er jeden Monat 500 Euro in seine Altersversorgung gesteckt hätte, sind die 8 Jahre Bundestag eine gute Investition: 96 Raten zu 500 Euro einzahlen, 10 Jahre warten, 300 Renten zu 2.000 Euro bekommen (= 25 Jahre lang). Die jährliche Rendite nach Steuern ist traumhaft: 11 Prozent.
In Deutschland gibt es keinen Beruf, in dem in so kurzer Zeit ohne eigenes Geld so hohe Ansprüche verdient werden. Wer von uns Otto-Normalverdienern kann solch eine Rente erreichen, ohne eigene Beiträge aus seinem bereits versteuerten Einkommen in nicht unerheblicher Höhe dafür aufzuwenden? Bei einem Aufwand von 1000 Euro im Monat und einer Verzinsung von jährlich 3 Prozent kann die Million frühestens nach 42 Jahren auf dem Konto glänzen.
Wenn man dagegen bereit ist, Politiker zu werden, kann man sich dem Wohlstand im Alter kaum entziehen. |