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Herbstliche Schnäppchenjagd der Lebensversicherer

Der Schlussverkauf läuft auf Hochtouren. Noch neun Wochen bis zum Jahresende, und danach kann die klassische kapitalbildende Lebensversicherung zu Grabe getragen werden.
Viele Angebote finden die Kunden in diesen Tagen in Ihrem Briefkasten. Und immer wieder werden wir gefragt: Sollen wir dieses Jahr noch unbedingt einen Vertrag abschließen ?

Aus diesem Grund möchten wir hier einen kurzen Leitfaden als Hilfestellung zu diesem Thema geben:

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Jagd nach Steuervorteilen den Blick aufs Wesentliche nicht verstellen sollte. Wichtiger als ein "Schnäppchenvertrag" ist ein vernünftiges Gesamtkonzept.

Ohne eine saubere Analyse der Rentenansprüche aus der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge und der Ermittlung der „inflationsbereinigten Versorgungslücke“ auf der einen Seite und eine detaillierte „Gesamtfiananzplanung“ auf der anderen Seite ist eine Empfehlung so nicht zu machen.

Grundsätzlich müssen zuerst die Reservekapitalien in ausreichender Höhe (!!) aufgebaut, sowie bei Verschuldungen ein sinnvolles Entschuldungsprogramm aufgestellt werden. Danach kümmert man sich intensiv um das Thema Altersvorsorge.

Ist man hier einmal angekommen, kann durchaus eine Kapitallebensversicherung eine Überlegung wert sein.



Schauen wir uns doch die Vor- und Nachteile einfach einmal kurz an:

Auf der Positivseite ist eindeutig die Steuerfreiheit zu sehen.

Auf der Negativseite fallen an: Ein unflexibles System, das oftmals mit einer hohen Kostenquote und einer daraus resultierenden , unbefriedigenden Entwicklung der Rückvergütung daherkommt. Die Garantierenditen bewegen sich vor Kosten bei 2,25%, was nach Kosten eine Rendite im Schnitt von 1,25 bis 1,5 % bedeutet.

Inklusive Überschüsse kommen selbst die Top-Versicherer kaum über eine Rendite von 4 bis 4,5 % nach Kosten hinaus.

Daraus wird klar, dass vermögende Anleger, die den Sparerfreibetrag schon vollständig ausgeschöpft haben und auf den Zugriff der Anlagegelder verzichten können und eine konservative Anlageform suchen, durchaus die Einrichtung einer LV überdenken können.
Kunden hingegen, die eine Anlageform für Ihre „jungen Kinder“ suchen oder die Ihre Sparerfreibeträge noch nicht ausgenutzt haben, sollten sich eher nach Alternativen umsehen.

Gleiches gilt, wenn der Kunde vor der Entscheidung steht, ob er eine „fondsgebundene Lebensversicherung“ oder einen Durchführungsweg in der betrieblichen Altersvorsorge ( z.B. Direktversicherung, Pensionskasse) einrichten soll.